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Im Erlengrund 2a Oberhausen, NRW

Energetische Sanierung eines Hochschulgebäudes

Hochschule Niederrhein
Hochschule Niederrhein

Bauvorhaben: 
Hochschule Niederrhein Gebäude W Webschulstraße 41-43

Bauort: 
41065 Mönchengladbach

Bauherr: 
BLB NRW Niederlassung Duisburg Friedrich Wilhelm Straße 12
47051 Duisburg Ansprechpartner Herr Schmidt Tel.: 0203-987110

Ingenieurbüro TGA: 
IB Schaluschke
Kirchstraße 18
46539 Dinslaken

IB Schaluschke war Hauptunternehmer
Es war durchschnittlich 1 Mitarbeiter im Einsatz

Leistungsphasen:  Lp 1-8
Ausführungsjahr:  2013 – 2014
Fertigstellungsjahr:  2015
Gesamtkosten TGA:  0,9 Mio. EUR

Gesamtkosten:
Hochbau:  3,2 Mio. EUR

Das Gebäude W liegt auf dem Campusgelände der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach und wurde in den Jahren 1970 gebaut und wurde seither als Seminarräume der Wirtschaftwissenschaften und Büro der Fachbereichverwaltung in weitge- hend unveränderter Form genutzt.

Es besteht aus einer einem Untergeschoss (teilunterkellert), dem Erdgeschoss und drei Obergeschosse mit Seminarräume, Büros und WC-Anlagen. Mit Ausnahme des laufenden Bauunterhalts wurden seither keine wesentlichen Instandsetzungs-, Sanierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Der Bau bedurfte daher einer umfassenden Sanierung mit hohem Anteil an brandschutztechnischen und energetischen Maßnahmen. Im Zuge der vorliegenden Maßnahme erfolgte die energetische Sanierung und Bestandsflächen, die komplette Sanierung der Dachflächen, Außenwände und Fassadenflächen sowie den Austausch aller Fenster- und Eingangstüren.

Das Erscheinungsbild des Gebäudes blieb hinsichtlich der wesentlichen Geometrien und Proportionen der Fassade grundsätzlich erhalten. Die alten Fassadenelemente bestehend aus Heraklith (d=3,5cm) und Waschbetonelemente (d = ca. 8,0cm) wurden demontiert und durch eine mind. 20cm Dämmung und einer hinterlüfteten Vorhangfassade mit Faserzementplatten ersetzt. Alle maroden Holzfenster wurden gegen dreifach- verglaste Fenster mit umlaufenden Aluminiumzargen und integrierten elektrisch steuerbaren außenliegenden Sonnenschutzlamellen ausgetauscht. Mit dem Erreichen des ENEV-Standards 2009 wird eine Heizenergieeinsparung und eine CO2-Einsparung erwartet.

Nutzung des Gebäudes:

Kellergeschoß

  • Räume für Papierlager
  • Toilettenräume
  • Bibliothek
  • Technikräume

Erdgeschoß

  • Foyer mit Infopoint
  • Büroräume
  • Besprechungsraum

1.-3. Obergeschoß

  • Seminarräume der Wirtschaftswissenschaften
  • Büroräume

Im Zuge des Umbaus bzw. Sanierungen wurden folgende Maßnahmen realisiert:

  1. Neuerrichtung von zwei Eingangsbereichen: Haupteingang Ost und Nebeneingang
  2. Errichtung eines neuen Ausgangs im EG aus dem Treppenraum.
  3. Umbau des Foyers
  4. Energetische Fassadensanierung- und Dachsanierung
  5. Einbau von neuen Fenstern im Rahmen der energetischen Sanierung.
  6. Automatisierung des außenliegenden Sonnenschutz als Bestandteil der energetischen Sanierung.
  7. Prüfung der Heizungsanlage
  8. Anpassung der Elektroanlage aus energetischer und brandschutztechnische Sicht

Textliche  Kurzbeschreibung – Technische Anlagen (Kostengruppe 400)

Kostengruppe 410 Wasseranlagen:

Bei der Trinkwasserinstallation ist darauf geachtet worden, dass stagnierendes Wasser vermieden und die Installation nach den heutigen gesetzlichen und technischen Anforderungen ausgeführt wird. Diese sind insbesondere die TrinkWVO, DIN EN 806, DIN EN 1717 und DIN 1988. Der Brandschutz und Schallschutz wurde gem. Anforderungen eingehalten.

Die Trinkwasserleitungen wurden aus Kupfer mit Pressverbindung verlegt. Es ist darauf geachtet worden, dass durch geeignete Rohrtrassierung und Wiederkehrspülungen an Urinalen oder WC´s eine Durchspülung der Rohrleitungen erreicht wurde, auch bei längeren Zeiten ohne Regelbetrieb. Alle Handwaschbecken haben nur Kaltwasseranschlüsse erhalten. An den Waschtischen der Behinderten WC´s und Ausgussbecken in den Putzmittelräumen sind aus energetischer Sicht Durchlauferhitzer montiert worden, um nur warmes Wasser zu erzeugen, wenn dieses auch benötigt wird. Alle Rohrleitungen sind gemäß den Vorgaben der EnEV mit Schwitzwasserdämmung versehen worden.

Kostengruppe 420 Heizungsanlagen:

Die Heizkreise der Heizungsanlage sind zum Teil neu organisiert worden. An diesen Stellen wie z.B. Foyer sind neue Heizungsleitungen verlegt und neue Heizkörper eingebaut worden. Alle anderen Heizkörper einschl. das Wärmeverteilnetz hat sich nach den durchgeführten Prüfungen als intakt erwiesen, sodass bei einer Kostengegenüberstellung sich herausgestellt hat, daß eine Erneuerung der kompletten Heizungsanlage nicht wirtschaftlich ist. Die Verrohrung der Heizungsanlage wurde mit der erforderlichen Dämmung nach ENEV isoliert.

Kostengruppe 440 Elektroanlage:

Die Elektroversorgung des Gebäudes erfolgte über eine NSHV aus dem Jahre 1970, die sich im Flurbereich Kellergeschoss befindet. Die NSHV mußte erneuert werden, da sich der Verteiler im Fluchtbereich befindet und alle Einbauten der Verteilung aufgrund des Alters nicht mehr dem geforderten Auslöseverhalten nach DIN VDE 0660, Teil 101 entsprechen.

Das Gebäude ist geschoßweise mit Bereichsverteilern erschlossen. Alle Verteiler müssen erneuert werden, da die Einbauten der Verteilungen nicht mehr der DIN VDE 0660, Teil 101 entsprachen. Da sich die Verteiler im Fluchtweg befanden, wurden diese mit F30 Vorsatztüren verkleidet, um den Standort der Verteiler zu erhalten. Somit konnten alle Endstromkreise erhalten bleiben und es wurden Kosten im Bereich Elektroanlagen und Hochbau eingespart.

Um die Seminar- und Büroräume durch Sonneneinstrahlung nicht unnötig aufzuheizen, wurde eine außenliegende Sonnenschutzanlage montiert, die witterungsabhängig voll automatisch die Lamellen steuert. Manuel kann raumweise die Sonnenschutzanlage gesteuert werden. Die Beleuchtung in den Fluren und WC-Anlagen ist komplett mit neuen energiesparenden LED Leuchten ausgestattet worden. Die Beleuchtungsschaltung in den Räumen ist über Präsenzmelder automatisiert worden, um das Licht nur einzuschalten, wenn jemand den Raum betritt.

  • Die Beleuchtung in den Fluren wurde auf LED Leuchten umgestellt, da diese folgende Vorteile gegen herkömmliche Leuchtmittel haben:
  • Lange Lebensdauer: Hochwertige LEDs können laut Herstellerangaben eine Lebensdauer von 50.000 Stunden erreichen.
  • Hohe Robustheit: LEDs gelten als sehr widerstandsfähig und damit auch für Einsätze in schwierigen Umgebungen prädestiniert.
  • Lichtqualität: Eine LED gibt sofort die volle Helligkeit ab – ganz ohne Flackern. In der Farbwiedergabe und Lichtausbeute sind die Leuchtdioden mittlerweile ebenfalls ganz vorne mit dabei.
  • Umweltverträglichkeit: LEDs enthalten keine Schadstoffe, wie das in Energiesparlampen enthaltene Quecksilber. Ihre lange Lebensdauer macht sie zusätz- lich zu einem umweltschonenden Leuchtmittel.
  • Energieeffizienz: Qualitativ hochwertige LEDs verbrauchen weniger Strom als eine herkömmliche Leuchtstofflampe.

Kostengruppe 450 FM-Anlage:

Für das Hochschulgebäude ist wird über eine Brandmelde angesteuerte Alarmierungs- einrichtung als Internalarm nach DIN VDE 0833-2 installiert, durch die im Gefahrenfall die Räumen des Hochschulgebäudes eingeleitet werden kann (Hausalarmierung).

Des weiteren wurde das Datennetz von CAT 7 Kupferleitungen in hoch effiziente 4 Fa- sern LWL Leitern mit jeweils einem Switch am Arbeitsplatz ersetzt. Die Spannungsversorgung der Switche erfolgt über eine USV-Anlage, die im Keller untergebracht wurde.